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PROJECT: NIGHTWRITER

Ein Mann auf einer Parkbank. Ein schwarzes Buch. Eine Korrektur.

Sarah Jenkins dachte, sie kennt ihr Leben. Bis ihre beste Freundin Maya vor ihren Augen aus der Existenz radiert wurde – und niemand außer ihr sich erinnert. "Der Nachtschreiber" ist die Geschichte eines Kampfes gegen eine Macht, die Realität wie einen Tippfehler korrigiert.

Tauche ein in eine Welt, in der die Geschichte verabscheut, leer zu bleiben.

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Der Nachtschreiber
Kapitel 1

Der Geruch war das Erste, was einen im "Silver Star Diner" begrüßte, und er war ein komplexes, fast lebendiges Wesen. Er hatte Schichten, die sich über Jahrzehnte abgelagert hatten, eine olfaktorische Archäologie des Kleinstadtlebens. Die oberste Schicht war immer frisch: das scharfe, fast nussige Aroma von Kaffee, der schon eine Stunde zu lange auf der Wärmeplatte stand und langsam seinen Optimismus verlor. Darunter lag das Zischen von Zwiebeln und Speck auf dem Grill, ein Versprechen von deftiger, unkomplizierter Sättigung. Aber die tiefste, älteste Schicht war der eigentliche Geist des Ortes: die schwere, wachsartige Note von altem Fett, das sich in den Fugen des schwarz-weiß karierten Linoleumbodens und den Nähten der rissigen, roten Kunstledersitze eingenistet hatte. Für die meisten war es nur der Geruch eines Diners. Für Sarah Jenkins war es der Geruch ihres Lebens, eingeatmet und wieder ausgeatmet, Tag für Tag, bis er ein Teil ihrer selbst geworden war. Der Geruch von Resignation.

Harmony Creek selbst hatte einen anderen Duft, einen saubereren, aber nicht weniger melancholischen. Einen nach feuchter Erde nach einem Sommerregen, nassem Asphalt und dem vagen Versprechen von Kiefern, das der Wind von den Hügeln in die Stadt trug, wie eine Postkarte von einem Ort, an dem die Luft noch frisch war. Es war eine Stadt, die auf Fotos besser aussah, als sie sich anfühlte. Eine Ansammlung von Holzhäusern mit Veranden, die im Sommer träge im Schatten lagen, und einer Hauptstraße, die so tat, als wäre die Zeit irgendwann in den späten Siebzigern stehen geblieben. Die Stadt war nicht tot. Sie war nur im Koma und hatte vergessen aufzuwachen. Manchmal, wenn Sarah durch die Straßen ging, hatte sie das Gefühl, dass kleine Details fehlten – ein Gartenzwerg, der gestern noch da war, ein Riss im Gehweg, der plötzlich verschwunden war. Kleine Aussetzer in der Matrix der Realität, die niemand außer ihr zu bemerken schien

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