

Out Extremo Entstehung

DAS ERBE DES MINENTALS
Es war kein Konzertsaal, der meine Liebe zu dieser Musik entfachte, sondern eine raue, digitale Welt. Wer sich an das "Alte Lager" im Rollenspiel-Klassiker Gothic erinnert, weiß, wovon ich spreche. Es war der Moment, als die virtuellen Vorhänge fielen und die Band In Extremo auf der Bühne stand.
Die ersten Töne von "Herr Mannelig" erklangen – rau, echt und mittelalterlich. Mitten im digitalen Elend der Barriere blieb ich stehen, vergaß die Monster und lauschte. Dieser Kontrast hat mich umgehauen. Es war mein erster echter Kontakt mit Mittelalter-Rock und der Funke, der alles veränderte. Danach gab es kein Halten mehr: Ich entdeckte Faun, Subway to Sally und die Tiefe des Genres. "Out Extremo" ist meine tiefe Verbeugung vor diesen Pionieren. Eine Hommage, geboren aus dem Wunsch, dieses Gefühl auf meine eigene Art neu zu interpretieren.

DIE STADT DER ZUFLUCHT
Warum ausgerechnet Esel, Hund, Katze und Hahn? Für viele sind es nur Figuren aus einem Märchen, für mich sind sie ein Stück Identität. Mit 14 Jahren kam ich endgültig nach Deutschland – ohne Sprachkenntnisse, direkt in den Schulalltag geworfen. Ein Sprung ins kalte Wasser.
Doch Bremen wurde mein Anker. Ich hatte Glück im Unglück: Meine Mutter, eine Deutschlehrerin, half mir, die Sprache im Rekordtempo zu meistern. Mein Stiefvater zeigte uns Kindern die Welt und schenkte uns ein echtes Familienleben. Über 20 Jahre lang wurde die Hansestadt meine Heimat. Die Bremer Stadtmusikanten sind für mich Symbole dieses Zusammenhalts: Vier Außenseiter, die ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen und gemeinsam ein neues Zuhause finden. Genau wie ich damals. Dass ich diese Legende nun digital weiterführe, schließt für mich einen emotionalen Kreis.

Anno Domini 2024: Was heute als komplexes Kunstprojekt daherkommt, startete als humorvolles Experiment. Ich wollte sehen, ob KI eine Parodie meiner Lieblingsbands erschaffen kann. Doch Spaß bedeutet für mich nicht Albernheit, sondern völliges Eintauchen.
Wenn ich arbeite, existiert keine Zeit. Ich sitze oft 24 Stunden am Stück vor dem Bildschirm, vergesse zu essen und zu schlafen, getrieben von einer kreativen Manie. Der Wendepunkt war "La Chanson dou Chevalier Errant". Auch wenn spätere Werke technisch perfekter sein mögen: Dieses Lied hat das größte Herz. Hier verschmolzen Melodie, Text und meine eigene Mimik zum ersten Mal zu etwas Echtem. Die KI ist heute nur noch mein Pinsel – die Ideen, der Schmerz und die Geschichten kommen von mir. "Out Extremo" beweist: Technik hat keine Seele, aber sie kann die Seele des Künstlers sichtbar machen.
LEIDENSCHAFT IST MANIE

Die Reise


.png)
.png)
.png)

